Über uns

Anfangen, wo es anfängt. Mit diesen Worten beginnt das Stück „Unter dem Milchwald“ von Dylan Thomas. Der „Milchwald“ ist Kult und eröffnet seit 1996 Jahr für Jahr den Theatersommer. Wirklich angefangen hatte es in Netzeband allerdings bereits vier Jahre vorher mit einer abbruchreifen Kirche und dem Landschaftsarchitekten Horst Wagenfeld und seiner Frau Johanna. Für die Wagenfelds lag das Potenzial des Temnitzortes Netzeband im Spannungsfeld zwischen der klaren Struktur klassizistischer Architektur und unverbauter Natur. Integrierte ländliche Entwicklung war die Zauberformel. Alte Höfe wurden renoviert, bekamen eine neue Bestimmung und behielten dennoch ihren dörflichen Charakter. So entstanden das „Landhotel Märkische Höfe“, Wohnungen und vieles mehr.

1993 gründete sich der Förderverein Temnitzkirche e.V.. Die Restaurierung der klassizistischen Dorfkirche wurde Symbol des Aufbruchs. Nach relativ kurzer Zeit eroberte sie sich einen Platz unter den Kulturstätten der Region. Am Fuße der wieder aufgebauten Kirche wurde ein alter, verwilderter Gutspark zum Leben erweckt und damit eine großartige Bühne geschaffen, wo Kultur und Natur in Einklang kommen. Im Jahr 2000 war Netzeband das brandenburgische Expo-Dorf bei der Messe in Hannover.

1995 reifte die Idee zu einem Theaterfestival unter freiem Himmel. Mit dem Regisseur Frank Matthus und dem leider verstorbenen Bühnenbildner und Regisseur Jürgen Heidenreich fand der Förderverein zwei Theaterschaffende, die diese Visionen teilten.

Mit einem ausgesprochen ambitionierten Programm gewann der junge Theatersommer schnell ein begeistertes Publikum von Berlin bis Hamburg. „Sommergäste“ im ersten Jahr, dann Grillparzers „Sappho“,  „Der Tor und der Tod“ von Hugo von Hofmannsthal und „Don Perlimplim“ von Federico Garcia Lorca 1998 und „Faust Public“1999 waren die großen unvergessenen Inszenierungen der ersten Jahre. Mit „Ronja Räubertochter“ begann alsbald auch die Erfolgsserie der Kinder- und Familienstücke.