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Klarinettenfestival Carte blanche IV


„Heimweh-Heimat-Heimatlos“


6. und 7. Mai 2016 >Programm >Künstler >Uraufführung

Temnitzkirche Netzeband

BIOGRAFIEN MUSIKER

Ernesto Molinari (Klarinette)

Geboren in Lugano, studierte Klarinette in Basel und Bassklarinette in Amsterdam und ist ein herausragender und vielseitiger Solist auf jedem Instrument der Klarinettenfamilie.
Zahlreiche Kompositionen wurden speziell für ihn geschrieben und seine wagemutigen Interpretationen hat eine neue Generation von Klarinettisten inspiriert. Seine rege Konzerttätigkeit als Solist und Kammermusiker führten ihn zu den wichtigsten Festivals in ganz Europa und auf der ganzen Welt. Neben der Interpretation klassischer, romantischer und zeitgenössischer Werke beschäftigt sich Ernesto Molinari mit Jazz und Improvisation. Von 1994 bis 2005 war er Klarinettist im Solisten-Ensemble des Klangforum Wien. Er ist Professor für Klarinette und Bassklarinette, Kammermusik, zeitgenössische Musik und Improvisation an der Hochschule der Künste in Bern. Seit 2000 ist Molinari Dozent bei den Internationalen Ferienkursen für Neue Musik Darmstadt. Er unterrichtet auch bei Impuls Internationale Ensemble- und Komponistenakademie für zeitgenössische Musik in Graz, Austria. www.ernestomolinari.com


Donna Louise Wagner Molinari (Klarinette)
Sie schloss ihre Studien am Peabody Conservatory of Music der Johns Hopkins Universität in Baltimore ab. 1979 kam sie nach Europa und lebte 25 Jahre in Wien, wo sie als Mitglied des Solisten-Ensembles Klangforum Wien in zahlreichen Uraufführungen, Konzerten und Aufnahmen mitwirkte. Die renommierte Interpretin, Improvisatorin und Komponistin engagiert sich für Vermittlungs- und Musiktheaterprojekte. Nach ihrer klassischen Ausbildung erlernte sie sämtliche Nebeninstrumente der Klarinettenfamilie und erweiterte ihr Repertoire. Offenheit und Neugierde gegenüber allen Kunstsparten prägen ihr Schaffen. Seit 2005 lebt die amerikanische Klarinettistin in Bern.


Claudio Puntin (Klarinette)
Studium der Klarinette in Köln (Jazz) und Bassklarinette in Rotterdam (Zeitgenössische Musik). Er ist Preisträger zahlreicher internationaler Auszeichnungen und gab bisher in mehr als 50 Ländern Konzerte mit eigenen Projekten. Er komponiert und produziert Film-, Theater- und Hörspielmusik (u.a. für Orhan Pamuks “Rot ist mein Name”, Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt“). Kompositionsaufträge erteilten: Donaueschinger Musiktage, WDR-Bigband, Camerata Variabile Basel, Guggenheim-Ausstellung Bonn. Solistisch arbeitet Claudio Puntin zusammen mit Carla Bley, Fred Frith, Steffen Schorn, Steve Reich, Nils Wogram, Lucas Niggli sowie mit dem Ensemble Modern, dem Tonhalle-Orchester Zürich, dem WDR Rundfunk–Orchester und dem Orchester des Bayerischen Rundfunks. Es gibt zahlreiche CD Produktionen, so für ECM, enja, Sony. www.puntin.de


Florian Walser (Klarinette)

Seit gut 20 Jahren ist Florian Walser im Tonhalle-Orchester Zürich engagiert. Für dieses Orchester hat er auch Arrangements geschrieben. Daneben ist er in mehreren Formationen tätig. Zusammen mit dem «Schweizer Oktett» machte er sich einen Namen als Arrangeur von klassischen und volksmusikalischen Werken.
Mit Linard Bardill ist das Gemeinschaftswerk «Nid so schnell, Wilhelm Tell» (Streichquartettfassung) entstanden. Als Mitarbeiter bei der Herausgabe der Volksmusiksammlung Hanny Christen kam Florian Walser lernte er alte Schweizer Volksmusikquellen kennen. Seither ist die Volksmusik auch ein Schwerpunkt seines Schaffens. 2010 edierte er die 63 Sagemattler-Tänze von 1887 und 2011 die 50 ländlichen Tänze von Ferdinand Lötscher aus dem Jahr 1880. Eigens für diese Musik gründete er die Streichkapelle «D’Sagemattler» und die Blechkapelle «eifachs.ch». Zudem leitet er das alle zwei Jahre stattfindende Festival für neue Schweizer Volksmusik «Stubete am See» in der Tonhalle Zürich.


Domenic Janett (Klarinette)

Musikalischer Leiter der „Fränzlis“. Ursprünglich hat er den Schreinerberuf erlernt. Schon bald aber hat er Säge und Hobel mit der Klarinette getauscht und studierte am Konservatorium in Zürich. Jetzt unterrichtet er selbst an Musikschulen und spielt in mehreren Formationen und Orchestern verschiedenster Stilrichtungen. www.fraenzlis.ch


Sabina Matthus-Bebie (Klarinette)
Wurde in San José, Costa Rica geboren. Sie wuchs in Thun, Schweiz auf und machte dort ihre erste Ausbildung als Primarlehrerin. Sie studierte danach Klarinette und Bassklarinette an der Hochschule für Musik und Theater Bern/Biel bei Ernesto Molinari. Seit Juli 2004 lebt und arbeitet sie in Netzeband und unterrichtet Klarinette an der Kreismusikschule Neuruppin. Sie hat für die Kammeroper Schloss Rheinsberg 2004 in „Abyssus – Gregorianische Gesänge und Jazzimprovisation“ mitgewirkt und im Orchester der Opernwerkstatt unter der Leitung von Ingo Ingensand gespielt. 2004 gab sie einen Soloabend mit Werken des 20. Jahrhunderts, unter anderem von Luciano Berio, Edison Denissow, Louis Cahuzac, Eric Dolphy und dem „Kleinen Harlekin“ von Karlheinz Stockhausen. 2008 und 2011 spielte sie bei den „Intersonanzen“ Potsdam. Der Komponist Peter Francesco Marino komponierte für sie ein Konzert für Bassklarinette und Streichorchester „Komm süßes Kreuz“, das 2009 in Hannover uraufgeführt wurde. Das „Capriccio“ für Klarinette und Klavier von Siegfried Matthus hat sie 2011 uraufgeführt. Seit 2009 leitet sie die Kammermusikreihe „Vier Jahreszeiten“ in Netzeband und seit 2011 das Klarinettenfestival „Carte blanche“.


Curdin Janett (Akkordeon)
Curdin Janett erwarb zunächst sein Diplom als Maschineningenieur an der Eidgenössischen Technischen Hochschule in Zürich und entschloss sich danach für ein Musikstudium am Konservatorium in Winterthur, Hauptinstrument Posaune, Nebeninstrument Klavier. Das Akkordeon- und Bassgeigenspiel hat er sich autodidaktisch angeeignet. Heute arbeitet Curdin als Musiklehrer und spielt in verschiedenen Formationen mit. Für den Jazz schlägt dabei sein Herz ebenso stark wie für die Volksmusik. www.fraenzlis.ch

Theodor Flindell (Violine)
Wurde geboren in Keene, N.H., USA geboren und wuchs in Berlin auf, wo er auch seinen ersten Violinunterricht bei M. Niestle und M. Boettcher bekam. 1988 erhielt er den 2. Preis im Bundeswettbewerb „Jugend musiziert“ und absolvierte einStudium bei Thomas Brandis an der UdK Berlin. Nach seinem Diplom setzte er seine Ausbildung bei Shmuel Ashkenasi an der Northern Illinois University in den USA fort und machte 2001 sein Konzertexamen in der Violinklasse von Axel Gerhardt an der UdK Berlin. Seitdem widmet er sich verstärkt der Neuen Musik. Seit 2001 ist er Mitglied im Berliner Modern Art Ensemble; Zusammenarbeit mit der Zeitgenössischen Oper Berlin. 2004 gründete er das ARCANA Ensemble, dessen besonderes Anliegen die Aufführung weniger bekannter und selten gespielter Werke in verschiedener Besetzung ist. Immer wieder tritt Theodor Flindell auch als Solist auf. 2012 war die Uraufführung des Violinkonzerts „Der Trost“ mit Chor und Orchester von Roland Bittmann im Kammermusiksaal der Philharmonie, 2014 war er Solist in der KNM- Produktion „The Photographer“ von Phillip Glass. Seit 2013 ist er Mitglied im Kammerensemble Neue Musik Berlin. Theodor Findell unterricht auch an der Leo-Borchardt-Musikschule Berlin (Steglitz Zehlendorf). www.flindell.de


Stefan Keller, Tabla
In Zürich geboren, studierte er von 1995 bis 2002 er an der Musikhochschule seiner Heimatstadt Oboe bei Peter Fuchs und Simon Fuchs und absolvierte nach dem Konzertdiplom weitere anderthalb Jahre an der Kunsthochschule Utrecht bei Ernest Rombout. Ersten Studien in Komposition bei Hans Ulrich Lehmann, Gerald Bennett und Michael Jarrell folgte von 2002 bis 2007 an der Hochschule für Musik Hanns Eisler in Berlin ein Kompositionsstudium bei Hanspeter Kyburz, sowie ein Studium der Musiktheorie bei Jörg Mainka und der elektroakustischen Musik bei Wolfgang Heiniger. Seit 2006 unterrichtet Stefan Keller an der HfM Hanns Eisler theoretische Fächer, Analyse Neue Musik und Instrumentation. Als Komponist erhielt er mehrere Studienpreise. Zu den Interpreten seiner Werke zählen unter anderem das Ensemble Modern, das Ensemble Intercontemporain, das Ictus Ensemble und die Neuen Vocalsolisten Stuttgart. Seit einem ersten Indienaufenthalt im Frühjahr 2005 beschäftigt sich Stefan Keller mit der nordindischen klassischen Musik und erlernte das Tablaspiel bei Prof. Dr. Gert-Matthias Wegner und Dr. Aneesh Pradhan. Bisher fand die Tabla in zwei seiner eigenen Kompositionen Verwendung. www.stefankeller-komponist.de


Anton Henning (Kunstmaler)
Der 1964 in Berlin geborene Anton Henning, den seine Künstlerlaufbahn seit Mitte der 1980er Jahre über Berlin, London und New York geführt hat, ist seit nunmehr über 20 Jahren in der Nähe von Neuruppin am Rhinluch verwurzelt. Er lebt und arbeitet dort mit ungebremstem Schwung an einem Werk, das sich schon auf Grund seiner schieren Opulenz, Vielschichtigkeit und Verspieltheit nicht in die gängigen Ismen der Kunstkritik einordnen lässt. Der Autodidakt Anton Henning malt, fotografiert, filmt, bildhauert, zeichnet, musiziert, entwirft und baut ganze Räume. Er fordert das Risiko geradezu heraus, Missverständnisse zu provozieren, und, ohne das Politische direkt anzusprechen, zu polarisieren. Im übertragenen Sinne zerlegt er die ganze Kunstgeschichte bis hin zur Gegenwart, um sie wieder neu zu konstruieren. Eine Art Gesamtkunstwerk.
Mit der Ausstellung "Heimat schaffen - home is where the heart is (I)" im Kurt Tucholsky Literaturmuseum in Rheinsberg (12. Oktober 2014 – 1. März 2015) tastete sich Henning in seinen teilweise frühen fotografischen Selbstinszenierungen mittels eines humorvollen Rollenspiels an den Begriff Heimat heran. Er ist ein Meister der schonungslosen (Selbst)Ironie, Doppeldeutigkeit und geradezu liebevollen Präzision.
Mit "Heimat schaffen - home is where the heart is (II)" im Museum Neuruppin sorgt Anton Henning für einen fulminanten Eröffnungsauftakt des neuen Raumes für Wechselausstellungen. In der eigens für den Raum konzipierten Installation verbindet Anton Henning sakral anmutende Hinterglasmalereien mit subtilen Wortspielen, sich selbst persiflierende Pseudo-Road Movies, Aktdarstellungen und Landschaftsmalereien im Stil des späten 19 Jahrhunderts. Selbstportraits, Billboard-Collagen, abstrakte Skulpturen, Möbelobjekte und eine alles umschließende Wandmalerei zu einem liebevoll und zugleich subversiven, romantisch-ironisch formulierten Heimatbegriff.